France

Hallo Liebe Kinder,
es ist 10:00 Uhr Donnerstag früh, Chefarztvisite bei Euch. Ich hoffe Ihr seid alle in Topform.
Ich selbst bin gerade in Ontario gelandet. Einer von Karl–Heinz, seiner Jungs hatte mich trotz schlechtem Wetter mit seiner alten Piper hierher gebracht. Mir ist übel, aber Ihr wisst ja wie das ist.
Ich sitze beim Zoll und werde gerade gewogen. 320 g und 82 g Gepäck ruft die der Zöllner zum Counter. Kein Wunder Emma – 10 Tage kein Milchreis.
Ich soll hier einen Husky abholen, meldet sich ein Mädchen mit bayrischem Dialekt.
Ich springe von der Waage und laufe Ihr entgegen. Emma du kannst in meine Handtasche mit deinem Gepäck. Ich schaue auf Ihre Hände. Was ist das denn für eine Farbe frage ich entsetzt.Jadegrün erwidert Sie, gefällt sie Dir. Ich tat auf schwerhörig.
Ehe ich mich versehen kann, packt sie meinen Rucksack, meine Ski samt Stöcken und mich selbst und tut alles in Ihre Handtasche. Innen besser als ich dachte, törnte mich das Dunkelbraune Karomuster der Außenseite doch nicht besonders an. Es roch nach Kalbsfett. Ich bekam Hunger.
Ich drehte mich in der Tasche und sah eine Prägung – MARIE-. Na wenigstens keine billige Kopie.
Ich nahm das letzte Stück Bitterschokolade aus meinem Rucksack und kaute es.Emma-Louise es geht nach Hause – ich freute mich.
11:15 Boarding , ich hielt ausnahmsweise die Klappe und versteckte mich unter dem restlichen Krempel in der Tasche. Ihr wollt nicht wirklich wissen was Frauen alles in einer Handtasche haben?
Der Airbus A320 hob pünktlich ab und mir fielen die Augen zu.
Mit einem leichten Rums wurde ich geweckt. Mein erster Gedanke Emma du wurdest nicht entführt ,du bist nicht erfroren etc. aber nun bist du abgestürzt.
Ich geriet in Panik .Würden meine Freunde mich in der Handtasche finden.
Nein , alles gut , Michael der smarte Pilot , welcher uns so freundlich gestern begrüßt hatte war in Paris Charles de Gaulle gelandet.
Sauber gemacht Junge!
Keine 15 min später stand Marie in der Flughafenhalle. Oh Schatz bitte halte deine Handtasche ruhig , deinen Jade-Farbe Nagellack kannst du auch später aufschütteln dachte ich mir.
Mir wurde speiübel.
Sie öffnete den Reißverschluss und setze mich auf den Granitboden.
Es roch nach Crêpe Suzette und aus dem Lautsprecher dröhnte Musik-An einem Sonntag in Avi……
Das ist doch.. die mit dem … ,den Großen Hit hatte. Ich steppte eine Runde im Kreis.
Ein Mann reichte mir die Hand. Ich hob die Pfote. -Gilles Maligne – ich bin eine guter Freund des Bären und bringe dich morgen weiter nach Berlin, Emma sagte er.
Ich habe dort beruflich zu tun. Ich besitze hier in Bordeaux mehrere Weingüter und reise regelmäßig in die Hauptstadt. Ich schätzte Ihn auf Anfang 70 und er schaute mich sehr freundlich an .
Ich zeige dir ein bisschen von meiner Heimat Bordeaux, mein Fahrer steht am Nordausgang. Ich fühle mich sicher.
Ich gab Marie einen scheuen Handkuss und verabschiedete mich. Boah, was für ein Nagellack, -ach Emma du bist nur verwöhnt.
Wir gingen zum Nordausgang. Hunderte von Autos , Renault, Renault, Renault, Citroen, Renault, Citroen, Renault –sprach der nicht von Fahrer und Auto.
Er zeigte auf einen Wagen im Halteverbot, Politesse inklusive.
Bentley Continental –Außenfarbe Beluga – ein schwarzgrau von königlichem Glanz.
Man öffnete mir die Tür und nach einer Reinigung meiner Pfoten mit einem weißen Hermes Taschentuch -endlich ein Mann mit Stil -hüpfte ich auf die weiße Sitzbank.
Es ging los nach Libourne zu Chateau Martinet. Keine 2 Stunden Autofahrt und wir näherten uns dem Ziel .Die Sonne scheint auf den weiße Kies und es blendet in meinen blauen Augen.
Wir stoppen vor einem imposanten Gebäude in Carrara- weiß.
Willkommen auf Chateau Martinet Emma –Louise ruft mein Gastgeber. Wir haben hier 28 Zimmer auf 720 Quadratmetern, einen Fasskeller, ein Flaschenlager , Eine Garage mit 6 Stellplätzen, ein Cafe mit 38 Sitzplätzen auf der Südseite und ein Abendrestaurant mit 16 Plätzen.
Der nächste Nachbar wohnt 2 km entfernt.
Ich versuche mir alles zu merken, hatten meine Freunde und ich doch schon länger an eine kleine Veränderung gedacht.
Ich wurde auf mein Zimmer gebracht, damit Ich mich etwas frisch machen konnte.
Leider hingen die Waschbecken nicht in der korrekten Höhe, bei der Toilette fehlte der Deckel.
Ein Bidet wurde mir später erklärt- braucht kein Schlittenhund dachte ich mir.
Ich entschied mich für die Dusche. Ich plemperte mir eine halbe Flasche Duschgel auf`s Fell
Aqua di … Arancia di Sicilia – Luxus -Mein Gott Emma.
Ich glaube andere Schlittenhunde hätten mich beneidet, ich stand im Speisesaal, es roch brutal nach Sommer , Orange … und Gilles begrüßte mich zum Dinner.
Er sah gut aus im schwarzen Smoking mit rotem Futter. Der hatte doch nicht etwa seinen Anzug lackiert. Egal, wer hat der hat, dachte ich. Wenn ich das den Mädels zu Hause …im KaDeWe erzähle, dann glauben die ich lüge. – Aber nein, die Prinzessin passt schon auf -Emma – bitte lüge nicht.
Ich überflog kurz die Speisekarte.
***Hausgebeizter Lachs von der Loire mit Walnussöl mit Gelee vom Sauternes auf Apfelcarpaccio aus der Normadie ***
***Hasenrücken mit karamelisierter Bete und Bandnudeln***
***Griesflan auf Maracuja –Wodkaschaum***
Wir servieren korrespondierende Weine aus Bordeaux.
Ja, der Bär hatte recht Gilles ist ein exellenter Gastgeber
Haben Emma –Louise eine Wunsch fragte das Mädchen vom Service und hielt mir ein Glas Champagner hin.
Ich lächelte freundlich, machte eine Küßchenschnute und winkte ab.
Hasenrücken im Lachsmantel mit Grieß bitte und eine große Schale Dosenmilch- ich hoffe Sie wussten, dass ich nur „Bärenmarke „vertrage.
Es war ein schöner Abend. Ich lag nach dem Essen am Kamin. Morgen geht es nach Hause. Ich hätte noch viel zu erzählen, aber ich bin ein bisschen Müde. Habe ich da einen Baby –Husky unter dem Weinregal vor der Kellertreppe sitzen gesehen?

Ich wünsche Euch eine gute Nacht, schlaft schön.
Wir sehen uns in Kürze Berlin

Eure Emma Louise

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