Emma in Russia

Hallo Liebe Kinder,
ich weis ich habe mich ein paar Tage nicht gemeldet aber ich war lange unterwegs und ich hatte viel zu erzählen.
Es ist Mittwoch früh 09:00 Uhr und ich liege auf meinem Lammfell vor dem Kamin und schaue Fernsehen. Was ich schaue? Na, meine DVD – Dr. Schiwago. Ich schaue vormittags immer Dr. Schiwago.
Ich mag diesen Film. Ich liebe die weite Landschaft, die Birkenwälder im Schnee, außerdem hatte nur Lara diese schönen Eisblauen Augen wie ich.
Na, Emma bist du wieder am Träumen, höre ich eine Stimme aus der Küche.
Äh, die Prinzessin zu Hause- ich drücke auf die Pausentaste und wetze neben dem Flurläufer in die Küche. Ein alter Trick von mir, gibt keine Fußtapsen auf dem Teppich und keiner merkt, dass ich schon alleine im Schlosspark war.
Sie sitzt am Küchentisch und trinkt wie immer Tee. Ich sehe einen großen Reisekoffer mit vielen wichtigen Dingen, z.B. Wurst – sieht aus wie Urlaub?
Ich hatte keine Dummheiten gemacht und lächelte Sie an. Emma –Louise bitte packe deine Sachen. Wir fahren mit meiner Mutter nach Moskau zu meiner Oma Tatiana und du kommst diesmal mit.
Wenn ihr beide alleine zu Hause seid kommt wieder nur Unsinn heraus. Unsinn ? Ja, sie mochte es nicht wenn ich die Enten im Park jagte, oder aus dem Kaminholz der Bibliothek einen Weg im Flur legte usw.
Ich lief sofort in das Wohnzimmer und suchte meinen Rucksack. Alles was ich brauchte war schnell gefunden, meine Hose von der Wäscheleine, zwei getrocknete Schweineohren, Tintenpatronen, mein alter Federhalter und meine Prinzessin -Lillifee-Schlafdecke für kalte Nächte.
Emma, hast du noch Platz für meinen Nagellack in deinem Rucksack?
Fertig!, rief ich zur Küche . Emma wir fliegen erst Morgen Vormittag. Na, gut- ich nahm die Pausentaste aus dem DVD-Player, legte mich wieder vor den Kamin und schaute weiter Dr. Schiwago.
Der nächste Morgen, es ging los . Auch Ihre Mutter hatte einen riesigen Koffer. Hallo Olga, ich gab die Pfote und freute mich riesig sie endlich wieder zu sehen.
Kurz nach 11:00 Uhr ging unser Flug ab Berlin Tegel. Meine Angst wieder mit einer alten Piper 140 zu fliegen erwies sich als Gegenstandslos. Eine Boeing 737 , absolut neue Kiste.
Ich hatte meine Bordkarte in der Schnauze, Emma –Louise, Hundekind in Begleitung – A 4 – Fensterplatz –Moskau. Na gut das lassen wir dann mal so stehen und machen keinen Motz bei der Flugleitung.
Wir hoben ab. Ich schaute raus und freute mich nach wenigen Minuten an einer herrlicher Winterlandschaft,- Schnee. Nein, Emma das sind nur Wolken, was du siehst. Naja einem Schlittenhund kann man ja viel erzählen.
Nach knapp 3 Stunden Flug plus Zeitverschiebung setzen wir zum Landeanflug auf Moskau an.
Die Abfertigung ging zügig und mit der Bahn ging es dann zu Oma Tatiana.
Ich drückte mit meiner Nase auf den Klingelknopf und setze mich wieder zwischen die beiden vor die Tür.
Es dauerte einen Moment und eine elegante, ältere Dame öffnete die Tür. Na, das war eine Freude nach der langen Zeit die die drei sich nicht gesehen hatten. Ich stellte mich hinten an.
Freundlich, streichelte Sie mir über den Kopf – Na, du bist ja eine niedliche Эмма-Луиза sprach Sie mich an. Da war es, ich hatte mein Wörterbuch vergessen,- ich lächelte Sie an. Ich wusste sofort ich komme auch ohne dieses mit Ihr klar.
Aus der Küche roch es nach Suppe, ich liebte Suppe, konnte man doch so schön mit der Pfote nach Mohrrüben – oder Fleischstücken fischen.
Die drei Damen unterhielten sich, mein Kopf wanderte hin und her. Oh, Emma bis du das verstehst muss die Prinzessin mit Dir noch ein bisschen Vokabeln üben. Mir fielen die Augen zu und ich schlief ein.
Durch das Geräusch der Autos auf der Straße wurde ich geweckt. Verschlafen schiebe ich meinen Kopf unter meiner Decke hervor.
Es riecht wie zu Hause, nach frisch gebrühtem Tee, Schinken und nach, ja Nagellack.
Sie ist also auch schon wach. Guten Morgen „Em „, wir haben schon gefrühstückt und wollen dir die Stadt zeigen. Ich ziehe mir eine Schweineohr aus meinem Rucksack und setze mich in Pose um gekämmt zu werden.
Keine 10 Minuten später geht es los mit der U-Bahn in Richtung Innenstadt. Ich bin beeindruckt wie schön die U-Bahnhöfe sind. Lampen wie im Schloss, Stuck an den Decken.
Wir sind den ganzen Tag unterwegs. Ich sehe das Historische Museum. Hier lagern die unter anderem die berühmten Schmuckstücke von Faberge. Alles Kunstschätze aus der Zeit von 1890 -1916.
Relikte der Zarenzeiten , genauso wie das Duma Parlament. Zar Nikolaus der II eröffnete dies bereits 1906 in seiner ursprünglichen Form mit einer Thronrede.
Es geht weiter zur Lenin-Bibliothek, der heutigen Staatsbibliothek welche bereits 1784 in den Bau ging nach einem Entwurf von Architekt Wassili Ivanowitsch Baschenow.
Ich sehe an diesem Tag auch den Kreml und das berühmte Bolschoi Theater. Mit mehr als 200 Tänzern ist es das größte Ballett -Theater der Welt. Entstanden bereits 1773 aus der Tanzschule eines Moskauer Waisenhauses. Man Emma was du dir alles merken musst. Kein Problem ich hatte der Prinzessin gut zugehört und alles schön für Euch aufgeschrieben.
Übrigens, ich bin vermutlich der einzige Schlittenhund weltweit, der in einem Moskauer Polizeiauto gefahren ist. Emma!, -NEIN ICH LÜGE NICHT- Ich weiß nicht wie Sie es geschafft hat , aber Sie hatte es geschafft und es gibt ein Bild im Auto von mir.
Sie hatte es sich nicht nehmen lassen an diesem Tag noch Schokolade und Geschenke für alle zu kaufen die in Berlin geblieben waren.
Das Wetter war prächtig als wir vor der Katarinenkirche standen. Eigentlich wäre ich hier gerne noch länger geblieben, da jede halbe Stunde Glockenspiel ist, und zu jeder vollen Stunde Musik spielt welche ich aus dem Radio kannte.
Es waren fantastische 8 Tage aber leider kam der Tag des Abschieds und wir mussten wieder nach Hause.
Прощай Татьяна sagte ich meiner Gastgeberin und ich sah Ihr an , das Sie sich gefreut hatte das ich etwas gelernt hatte.
Bereits 2 Stunden später sitzen wir wieder im Flugzeug von Moskau nach Berlin. Mir fallen bereits die Augen zu, als Sie mir meine Decke umhängt und mir erzählt Sie wolle noch einmal für zwei Jahre zur Schule gehen.
Das war vermutlich das Resultat der Geheimniskrämerei. Sie hatte Sie in den vergangenen Wochen mit dem Bären ständig über Schule sprechen hören und an irgendwelchen Formularen sitzen sehen.
So, meine Freunde jetzt muss ich aber schlafen. Ich wünsche euch allen eine Gute Nacht, schlaft schön.
Wir treffen uns in Kürze wieder auf ein Teewurstbrötchen und dann zeige ich Euch die Bilder dieser spektakulären Reise.
Bis bald
Eure Emma – Louise

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