Die Einschulung

Hallo Liebe Kinder,
hier ist Emma-Louise für Euch. Telefonate , Fragen von Groß und Klein- Emma wo bleibst du denn?
Ja , ich weiß ich war diesmal langsam. Ich war wieder auf der Tour. Bereits seit einigen Wochen bin ich aus Russland zurück in Berlin. Der Bär und die Prinzessin gehen fleißig arbeiten .
Ich genieße den Frühling. Die Apfel – und Kirschbäume blühen. Die Mirabellenbäume haben bereits einen ersten Fruchtansatz an den Ästen.
An den Ständen auf den Straßen stehen die Leute an und kaufen Spargel und Erdbeeren.
Der Winter ist zu Ende ! Wehmütig denke ich an den Schnee wenn ich durch den Schlosspark renne.
Die Prinzessin wird heute eingeschult. Ich liege auf meinem Fell und tue so als wenn ich von gar nichts wüsste.
Emma es ist 15:00 Uhr wir müssen los ,höre ich Sie aus der Küche rufen .Meine Schule ist in Ostberlin.
Ich springe auf und freue mich auf eine Fahrt im Sonderzug nach Pankow und steppe durch die Bibliothek. Emma –Louise komm zum Parkplatz! Wir fahren nach Treptow, ich komme sonst am ersten Schultag zu spät.
Ein Geschenk hatte ich Ihr bereits heute Morgen um 05:00 Uhr auf den Fahrersitz gelegt, nachdem ich vom Teich kam.
Bereits 10 min später sind wir am Ausbildungszentrum. Einige Kollegen von Ihr sind bereits da.
Ich bin der einzige Hund. Das Schild an der Tür , wir müssen leider draußen bleiben ignoriere ich.
Es ist kein Bild von mir darauf, und lesen fällt mir ohnehin recht schwer.
Wir gehen in den Klassenraum. Zügig hat sich jeder einen Platz gesucht. Sie setzt sich auf den letzten Platz in der ersten Reihe neben einen Jungen in einer roten Winterjacke.
Der sieht aber nett aus . Ich hatte solche Jacken schon in Alaska gesehen.
Der Dozent kommt rein und es startet eine Vorstellungsrunde aller Schüler. Ich sitze unter dem Landkartenständer und beobachte das Spektakel. Ich höre mir ein paar Kommentare an .
Keiner von denen scheint einen Hund und ein Schloss zu haben. Ach Emma du hast es gut erwischt. Ich schaffe es noch gerade den Klassenraum zu verlassen bevor die Tür ins Schloss fällt.
Der Unterricht beginnt.
Das kann dauern denke ich mir und laufe zur Straße. Adlergestell steht auf dem Straßenschild.
Sie war es gewohnt dass ich alleine um die Häuser zog.
Ich strecke die Pfote aus und hoffe auf eine geeignete Mitfahrgelegenheit. Ein Auto nach dem anderen fährt vorbei. Ich setze mich auf den Bordstein an der Straße und warte.

Meine Gedanken beginnen zu kreisen. Was hatte ich doch alles erlebt in den vergangenen Monaten.
Stand ich noch vor 5 Monaten mit meiner Schwester in der dritten Reihe eines Regals in einem Berliner Kaufhauses , so war ich froh heute in Freiheit zu leben. Der Bär war nach Monaten in die Stadt gekommen um Rotwein und diese schrecklichen Zigaretten in der grünen Packung zu kaufen.
Als er uns entdeckte war der rettende Kauf schnell beschlossen. Er wusste es , und machte es trotzdem – Hatte er es vergessen ?-Schaue niemals einem Schlittenhund in die Augen !
Zusammen mit einer Flasche Nagellack in dunklem Bordeaux und einer Königsblauen Strumpfhose landeten wir in Klarsichtfolie verpackt als Geschenke.
Meine Schwester landete bei einem kleinen Mädchen in einem Berliner Krankenhaus und sorgte bei dem Kind für eine riesen Freude. Der Kleinen ging es nicht gut zu diesem Zeitpunkt und der kleine Husky schob Wache Rund um die Uhr. Still saß er auf der Bettdecke und und beobachtete Ihren Zustand.
Ja, das können wir mit unseren blauen Augen, stundenlang beobachten.
Ich fand ebenfalls ein neues Zuhause und wurde zum Schlittenhund einer Prinzessin. Ich hatte Glück , sind diese doch selten und mit ihrem authentischen Wesen stets Unikate.
Ich selbst hatte einen Bären kennengelernt, welcher sich auch außerhalb von Besuchszeiten in Krankenhäuser traute. Er hatte Glück, genossen Bären doch bei vielen Menschen Artenschutz.
Woche um Woche ging es unserer kleinen Freundin besser, sie wusste über uns dass sie einen Bären und eine Prinzessin zur Freundin hat.
Der Nagellack und die Blaue Kinderstrumpfhose wurden zum Markenzeichen.
Sie ist heute wieder Gesund zu Hause und wenn Ihr ein Mädchen mit einer Luxushandtasche mit Kirschendruck seht , in welcher ein Schlittenhund sitzt, so grüßt bitte von Emma –Louise.
In 5 Monaten retteten wir 70 meiner Artgenossen aus Spielzeuggeschäften und alle erhielten bei euch , unseren guten Freunden ein neues Zuhause.
Falls ich es vergessen haben sollte, bitte schaut niemals einem Schlittenhund in die Augen, sein Augenaufschlag kann das Leben nachhaltig verändern. Dies ist jedoch niemals negativ.
Wir haben jemanden gefragt ob er mit den folgenden Worten : -Bär, Nagellack, Strumpfhose, Prinzessin und Emma-Louise eine Geschichte erzählen kann. Geht nicht war eine zügige Antwort.
Es mag an den zufällig gewählten Dingen und unseren Personen gelegen haben, dass es uns trotzdem gelungen ist , euch einen ganzen Winter mit Geschichten zu unterhalten.
Allerdings hätte es nicht geklappt wenn nicht viele Freunde und Kollegen geholfen hätten .
Ja , meine Lieben es wird bald Sommer wir haben sehr viel Arbeit. Mehr als 180 Tage waren nun im Einsatz und haben Euch in 42 Geschichten mit um die Welt auf eine große Reise genommen. Wir brauchen alle dringend eine kleine Pause um mit Kraft in neue Abenteuer zu starten.
Kommt Ihr auch wirklich mit neuen Geschichten wieder, wir sind doch Freunde sagte ein Junge zu mir. Er wischte sich über die Augen. Ja, ich weiß Schlittenhunde weinen nicht , sagte der Kleine.
Ja, Schlittenhunde hören grundsätzlich nicht, sind sehr Personenbezogen, handeln immer instinktiv und verstehen Ihre Freunde ohne Worte. Ja, und sie weinen nicht, aber Sie heulen in klaren Nächten um Aufmerksamkeit zu bekommen und werden so zum Liebling aller Nachbarn.
Es wurde langsam Dunkel , die Sonne über Schmöckwitz ging unter noch immer hatte kein Auto gehalten . Ich stand vom Bordstein auf und entschloss mich zu Fuß zu laufen.
Ich überlegte was ich Morgen machen sollte.
Morgen ist übrigens der 06. Mai , eine Freundin von mir , ANDREA, ein echtes Goldstück hat Geburtstag.
HAPPY BIRTHDAY TO YOU …! – Alles gut zum 39 .Geburtstag
Ich beiße mir auf die Zunge , nachher erzählt noch jemand etwas von einem singenden Schlittenhund auf dem Adlergestell.

Bis bald meine Freude, mein Ehrenwort,

Eure Emma – Louise

PS: Ich bekomme wieder Ärger weil ich Ihren Siegelstempel geklaut habe, aber Schlittenhunde hören nun mal schlechter.

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