Eine weiß-blaue Geschichte / Die Wurstprinzessin

Hallo Liebe Kinder,
ich hoffe es geht Euch allen Gut und Ihr seid munter. Ein Junge auf der Station sprach mich an und erinnerte mich, Emma du hast es uns versprochen. Ja ich hatte vieles versprochen. Ich sollte besser hören lernen auf andere Leute, leider gescheitert in der 5.Doppelstunde in der Hundeschule in Treptow. Ich sollte nicht die Enten im Schlossteich jagen. Die Prinzessin hatte mir verboten die Kordel aus der Gardine zu ziehen. Der Rondellschrank in der Küche ist kein Schlafplatz für einen Schlittenhund, und, und.
Ja, ich hatte versprochen von unserer nächsten Reise zu schreiben, was ich hiermit einlöse.
Bär kümmere dich in den nächsten Tagen bitte um Emma –Louise, na wenn das keine klare Ansage war.
Emma hatte es mal wieder geschafft, Ausflug auf Bewährung! Ihr Rucksack hing noch auf der Wäscheleine von der letzten großen Reise.
Zügig hatte der Bär den alten Wagen gepackt, schließlich wollten wir in aller Frühe starten.
Die ersten Sonnenstrahlen am Horizont versprachen uns einen wunderschönen Oktobertag.
Gleich nach dem Start kletterte ich aus meinem Kindersitz. Ich hatte es schon vor längerer Zeit gelernt mit den Zähnen das Gurtschloss zu öffnen. Ich hopste auf das Armaturenbrett und legte mich auf die Lüftung. Ein perfekter Platz zum Schlafen.
Ich mußte einige Stunden geschlafen haben als ich durch das Knistern von Steinen auf einem Kiesweg geweckt wurde. Ich schaute durch die Scheibe. Es herrschte Schneeregen und stürmte wie Teufel. Das Thermometer auf der Armaturentafel zeigte 2 Grad Celsius.
Die Weingüter der nördlichen Mainschleife interessierten mich wenig. Der Bär hatte hier jede Menge Wein in den lustigen Bocksbeutelflaschen geladen. Müller –Thurgau, Bacchus, Silvaner Acolon, Spätburgunder, Traminer und Riesling, nichts was bei einem Husky für Begeisterung sorgt.
Ja meine Freunde, ich hatte da ganz andere Vorlieben! Wie groß kann ein Karpfen werden, an welchem Teich gibt es die hübschesten Enten zum Jagen, wo bekomme ich für euch die besten Marmeladen gekauft und wer bäckt das beste Schinkenbrot der Region.
Emma Louise kniff ihre eisblauen Augen zu! Ja Schinken, geräucherte Bratwurst, Teewurst, Wiener, Gelbwurst ,Fleischsalat, Sülze, Schäufele. Sie zählte das ganze Sortiment vom Armaturenbrett aus auf.
Ich brauche Euch vermutlich nicht Erzählen, wer diesen Hund so verwöhnt hat.
Als Schlosshund hatte Emma klare Vorstellungen und schlug mir vor, wir fahren ins Fränkische Seenland. Dort scheint bestimmt die Sonne und außerdem müssen wir noch zu Flocke, Amelie und den Enten. Ich bog in die nächste Umgehungsstraße Würzburg – West ab und meine Begeisterung ,noch über 100 km über Dennenlohe nach Gunzenhausen zu fahren ,hielt sich in Grenzen.
Wenn es Weinköniginnen gibt, eine Hopfensprossenprinzessin, eine Rosenkönigin, eine Seenland.. ,dann gibt es bestimmt auch eine die perfekte Fleischwaren macht. Ach Emma, du hast schon Vorstellungen. Sie schnippte mir eine Zigarette mit der Pfote zu und legte sich wieder mit dem Kopf auf die hellgrüne Schachtel. Es war später Abend und wir entschlossen uns ,in Eichenberg zu übernachten.
Der nächste Morgen brachte das perfekte Wetter. Blauer Himmel, Sonne , 18 Grad Celsius.
Emma klopfte bereits seit 10 min mit der Pfote auf meinem Navigationsgerät herum. 91639 Wolframs –Eschenbach, Hauptstraße 2, Metzgerei Weeger , 16 ,8 km zeigt das zerkratzte Gerät.
Emma „ Nein „, der kleine Hund hatte mich hereingelegt. Bereits im August hatte uns Emma-Louise“s Hunger hier her geführt – Das Mädchen mit den „Bambi“-Augen in der blauen Kittelschürze. Bär, an dich dicken Teddy erinnern die sich – Sie freute sich sichtlich über den Streich.
Nach 20 Minuten passierten wir das untere Stadttor. Der Wagen poltert im 2. Gang die alte Kopfsteinpflasterstraße hinauf in Richtung oberen Stadttors.
Ernst Weeger betreibt hier mit seiner Familie bereits in 4. Generation seinen Metzgerei und Schlachtbetrieb. In einem kleinen Umkreis von nur 5 km kauft er seine Schlachttiere.
Wir sind am Ziel. Ein feiner Geruch von Majoran, Wacholder und Buchenholz schlägt uns bereits an der Eingangstür entgegen. Es ist Schlachtschüssel-Tag und viele Kunden stehen im Laden.
Emma hopst die Theke entlang und betrachtet die Köstlichkeiten.
Ja hier passt alles, der Laden, die Ware und die Menschen die hier arbeiten.
Emma hatte die perfekte Wurst gefunden für ein großes Kinderlaecheln.- Lasst Euch überraschen.
Ich kenne keinen anderen Husky , welcher in einer Fleischerei ohne Leine laufen darf und bis hinter den Verkaufstresen wetzt . Das Mädchen in der weiß –blauen Schürze mit den Rehaugen heißt übrigens Katrin ,hat keine Angst vor Schlittenhunden und hat uns ein perfektes Wurstpaket zusammengepackt.
Schnell noch ein Erinnerungsfoto , sonst heißt es wieder Emma-Louise was erzählst du denn da.
Wir sagen Danke , verabschieden uns und müssen weiter . Emma dreht sich in der Tür und winkt mit der Pfote – Ade, – ich glaube Sie meint bis bald.

Bis bald meine Freunde wir sehen uns auf eine perfekte Bauernbrotstulle !

Eure Emma – Louise

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