Die Reise zu den Kindern vom Zandtbachtal

Liebe Freunde, meine lieben Kinder,
hier ist eure Emma- Louise. Lange habe ich mich nicht gemeldet bei Euch. Es ist einige Tage her , das ich ermahnt wurde. Es ist bereits einige Tage her und der erste Schneeriesel viel.
Ich lag daneben der noch warmen Herdplatte und hatte den Kopf gemütlich auf eine Küchenrolle gelegt. Mit einem geöffneten Auge schaute ich zu , wie der Sauerbraten für das Sonntagsessen geschnitten wurde. Emma -Louise noch zwei Tage und der 06.Dezember kommt. Du hast dann 2. Geburtstag und Du hast dich seit Wochen nicht bei deinen Freunden gemeldet.
Der Bär hielt mir Papier und Bleistift hin. Ich klappte mein rechtes Auge zu und machte auf beleidigt.
Er wußte sofort das er einen Fehler gemacht hatte und holte den alten Füllfederhalter aus der Bibliothek.Meine Laune besserte sich spürbar. Mit der linken Pfote strich ich das Papier glatt und klemmte den Füllhalter in die rechte Pfote.
Kritisch prüfte Emma-Louise ob noch genug von der seltenen Edelsteintinte in Saphirblau in der Patrone war.
Wer hatte diesen Hund zu diesem Luxus erzogen !
Was soll ich schreiben?Die ersten Tintenspritzer landeten auf der Küchenarbeitsplatte.
Emma schreibe doch etwas von unserer letzten Reise. Du weist schon die Fahrt ins Nirgendwo.
Na, dem Bären hat es scheinbar doch gefallen war mein erster Gedanke……
Die Gute Idee begann vor 5 Wochen. Als jüngstes Mitglied der Familie ,hatte ich Emma Louise
die freieWahl für den Urlaubsort. Wir fahren zu Maja ins Zandtbachtal -Erholung ohne Leinenzwang !
Als Planungsgenie hatte ich Emma bereits das Navi heute nach meiner Morgenrunde aus unserem Tourwagen geholt. Auf der Einladungskarte von Maja stand :
Liebe Emma -Louise wir freuen uns auf Dich am Wochenende 3.und4.Oktober im Zandtbachtal
Treffpunkt :10 Uhr Zandtmühle.
Mit beiden Vorderpfoten hatte ich den Treffpunkt in das Navigationsgerät getippt. Was dann aus dem Navigationsgerät erschien ,sorgte für gedämpfte Begeisterung.
Zandtmühle ,434 m über N.N , Einöde am Zandtbach – Einwohner 5 -Anfahrt über Markt Lichtenau.
Die Angaben versprachen ruhige Erholung, meine Gedanken machten Freudensprünge.
Enten am Weiherufer jagen , Äpfel sammeln, Schinken essen und mit der Prinzessin und dem Bären mal wieder Pilze sammeln gehen.
Nach dem Vorlesen der Anschrift vom Navidisplay herrschte so etwas wie eine Gedenkminute.
Los , Emma wir gehen packen,-Ich liebte Ihre Art die Fassung zu behalten, auch in schwierigsten Situationen einer Expeditionsplanung.
2 Stunden später standen 3 Koffer standesgemäße Damenklamotten, 3 Schlafsäcke, 1 Zelt und mein Tourrucksack in British Green in der Schlosshalle. Der Bär hatte bereits den Wagen getankt.
Es sollte am nächsten Tag schon vor Sonnenaufgang losgehen
Ich legte mich an diesem Nachmittag schon frühzeitig vor den noch schwach glimmenden Kamin und schlief ein um Fit zu sein für den Folgetag.
Pünktlich um 04:00Uhr brachen wir auf zu unser Reise ins Zandtbachtal. Rund 460 km lagen vor uns und ich machte es mir wie immer auf dem Armaturenbrett hinter dem Lenkrad gemütlich.
Leicht verschlafen schaute ich in den morgendlichen Sternenhimmel durch das Heckfenster.Geduldig erwartete ich das die Sonne von den Wiesen aufsteht und zum Himmel klettert.
07:11 Uhr Festspielstadt Bayreuth , Lachsrot steigt die Sonne am Horizont empor.
Eine gute Stunde später sind wir nach einem kurzen Zwischenstopp zum Frühstück in einer Fleischerei in Wolframs-Eschenbach am Ziel.
Zandtmühle-Noch immer auf einem Stück bester Bauernbratwurst kauend springe ich aus dem Wagen.
Ein kleines Mädchen in pinken Gummistiefeln steht vor dem großen Backhaus auf dem Hof.
Das musste Maja sein.
Willkommen im Zandtbachtal begrüßt Sie mich als würden wir uns Jahre kennen. Sie nimmt mich auf den Arm.Emma ich werde Dir jetzt zeigen , wie die Eltern meiner Freundin das beste Brot der gesamten Region machen.
Auch meine beiden Begleiter waren inzwischen ausgestiegen und folgten uns in Richtung Backhaus.
Schon immer wurde in der Zandtmühle Brot gebacken. Seit 1997 tun dies nun die Fischers. Alle Zutaten kommen aus unserem 28 Hektar großen Landbau. Biodinkel und Roggen , sowie Hafer und Nüsse werden hier mit dem Einsatz von Natursauerteig zum Teig für beste Bauernbrotspezialitäten.
Maja und und ihre Freundin Angelika zeigen uns alles.
Ohne Zusatz von Hefe und Weizen entstehen hier Brote und Kuchengebäcke der Extraklasse. Wir dürfen alles probieren.Eine Nussecke für Maja und die Prinzessin, ein Walnussbrotscheibe für den Bären und ein ganzes Apfelbrot für mich.
Die Zeit in der Backstube geht schnell vorbei und Maja drängelt: „Kommt wir fahren jetzt zum Fritz, der hat einen Ochsen geschlachtet.“
Ich springe vom Arm und tanze den Weg aus der Backstube. Ein ganzer Ochse für Emma ….
Wir nehmen den Wagen und schon 10 Minuten später sind wir an der Gotzenmühle. Schon König Ludwig der 3. genoss hier die Gastfreundschaft bei bester fränkischer Küche .
Fritz Ammon , der Wirt ein echtes Original begrüßt uns an der Tür.Ich mache eine Tiefe Verbeugung bis auf die Pfoten. Mein Rucksack fällt nach vorne. Ich hatte diesen ,auf die Hoffnung noch ein zwei Rippchen mitzunehmen wieder umgemacht.
Der Bär packt den Wagen aus und schleppt das Gepäck zum Zimmer im ersten Stock.
Maja, die Prinzessin und Ich gehen hinter Fritz hinterher in Richtung Gaststube. Hier brodelt das Leben.
Alle Stühle und Bänke an den Tischen sind besetzt. Mitten im Saal ist ein riesiges Buffet mit Ochsenspezialitäten aufgebaut. Der hatte tatsächlich einen ganzen Ochsen zubereitet.
Einmal an einem Wochenende pro Monat gibt es dies hier erklärt mir Maja. Ich drehe eine Runde durch die Gaststube und die älteren Gäste schauen ungläubig als viele der Kinder mich begrüssen.
An einem Tisch am alten Kachelofen mit einem kleinen Jungen und seinem Vater sind noch Plätze frei.
Der Bär war inzwischen nachgekommen und wir nehmen Platz. Was jetzt los ging war so etwas wie ein Hochzeitsbuffet für Schlittenhunde. Ochsenkraftbrühe mit Nudeln ( Lässt sich super aus dem Teller schlürfen ), Grillrippe vom Ochsen ( zwei fanden den Weg in meinen Rucksack) und dann Tafelspitz mit Meerrettich , Rotkohl und Kartoffelkloss.
Wir kämpften uns durch die einzelnen Speisenfolgen. Maja und die Prinzessin wechselten nach der Kraftbrühe direkt zu Apfelstrudel mit Vanille-Eis.
Der Bär und ich beendeten das Mittagessen mit einer frisch geräucherten Ochsenbockwurst mit Zandtbachbrot.
Ich war „Pappe Satt“und legte mich auf der warmen Ofenbank für einen Mittagschlaf auf die Seite.
Ich hörte noch das Maja etwas von Butterschmalz, Ernte und von Karpfen im Waldweiher erzählte.
Ich wünsche Euch einen schönen Nachmittag und melde mich dann Morgen mit unserem neuen Tourtag bei Euch.

Emma Louise

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